Projektbeschreibung - EcoMol - Ökologie der Moleküle

Seit seiner Entstehung hat das Leben die Umwelt unseres Planeten geprägt. So werden beispielsweise die globale Durchschnittstemperatur, Niederschlagsmuster und der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre durch empfindliche Rückkopplungsmechanismen gesteuert, in denen Lebewesen eine entscheidende Rolle spielen. Ein Verständnis dieser Prozesse ist eine wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung. Insbesondere in Hinblick auf die globalen Veränderungen, die in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten zu erwarten sind, gibt es einen breiten Konsens über die Notwendigkeit, zentrale Wissenslücken in diesem Zusammenhang zu schließen. Ökologie ist die Wissenschaft, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt beschäftigt. Die funktionellen Eigenschaften einer Gemeinschaft erwachsen aus diesen vielfältigen Wechselwirkungen. Im Meer, wie in jedem Gewässer, finden die Wechselbeziehungen zwischen Organismen und die damit einhergehenden Flüsse von Materie und Energie fast vollständig über gelöste organische und anorganische Komponenten statt. Insbesondere vorangetrieben durch die Forschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde in den vergangen Jahren deutlich, dass Meerwasser eine außergewöhnlich komplexe Mischung organischer Moleküle enthält. Die molekulare Vielfalt dieses Substanzgemisches übersteigt vermutlich die genetische Vielfalt des Lebens auf der Erde. Diese molekulare Komplexität der unbelebten Umwelt und die sich daraus ergebenden vielfältigen Wechselwirkungen mit Lebewesen blieben in ökologischen und geochemischen Untersuchen bislang unberücksichtigt.

Mit dem Promotionsprogramm EcoMol werden wir ein neues Rahmenkonzept „Ökologie der Moleküle“ umsetzen und weiter entwickeln, in dem grundlegende ökologische Konzepte auf die unbelebte Umwelt angewandt werden. Die Ökologie der Moleküle betrachtet organisches Material als eine Populationen einzelner Moleküle, die mit Gemeinschaften von Organismen wechselwirken. In diesem neuartigen Rahmenkonzept zerfließen die Grenzen zwischen den traditionellen Disziplinen der Ökologie und Geochemie. Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg verfügt über exzellente Forschungskapazitäten in der Ökologie, der Biodiversität und der Chemie komplexer organischer Mischungen. Über die außergewöhnliche Zusammenarbeit im Rahmen von EcoMol werden wir neue Kapazitäten in einem jungen Wissenschaftszweig aufbauen. Das interdisziplinäre Team von EcoMol besteht aus Chemikern am Institut für Chemie (IfC) und dem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Biologen am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) und ICBM, mathematischen Modellierern (ICBM) und Ingenieuren an der Jade Hochschule und ICBM.

Dieser interdisziplinäre Zusammenschluss verschiedener Kompetenzen wird 15 Promovierenden die Möglichkeit bieten, in der vordersten Reihe eines sich entwickelnden Forschungsbereichs mitzuarbeiten. Des Weiteren werden die beteiligten Promovierenden in dem multidisziplinären Team mit modernsten Techniken der molekularen Analyse, marinen Ingenieurswissenschaften, Mathematik und anderen Disziplinen vertraut gemacht, was Ihnen beste Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, aber auch in den angewandten Wissenschaften und der Industrie, bieten wird. Die Promovierenden von EcoMol werden im Rahmen der Graduiertenschule „Oltech“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Kommunikation, interdisziplinärem Arbeiten und anderen sogenannten Soft Skills ausgebildet. Die Promovierenden werden zudem von längeren Forschungsaufenthalten im Ausland innerhalb des internationalen, wissenschaftlichen Netzwerkes der Antragsteller profitieren.

 

Weites Spektrum von konventionellen Fachdisziplinen

Mit EcoMol wird ein neues wissenschaftliches Konzept entwickelt bei dem die Zusammenarbeit von klassischen Disziplinen erforderlich ist. Die Universität Oldenburg und Jade Hochschule sind international in einer Schlüsselposition, da dort alle notwendige Expertise vorliegt.

 

 

 

Gemeinsames Netzwerk

Im Gegensatz zu herkömmlichen Projekten sind in EcoMol individuelle Teilprojekte nicht in einzelne Arbeitspakete zusammengefasst sondern in einem interaktiven Netzwerk eingegliedert. Aufgrund der Nutzung gemeinsamer Datensätze oder gemeinsam durchgeführter Experimente im Labor oder auf See, werden einige Teilprojekte besonders eng zusammenarbeiten (Grautöne in der Abbildung). Um den interdisziplinären Charakter in allen Teilprojekten zu gewährleisten, werden alle Doktoranden von einem Team bestehend aus drei Forschern betreut, dabei sind mindestens zwei der Kerndisziplinen vertreten (teilweise durch schwarze Linien in der Abbildung dargestellt).