Planktologie

Forschungsschwerpunkte

Einleitung
Die Biodiversität und die Nahrungsnetzstruktur aquatischer Systeme stehen im Mittelpunkt unserer Forschung. Wir konzentrieren uns insbesondere auf Fragestellungen, die von allgemeiner Relevanz für die ökologische und evolutionäre Theoriebildung sind. Zum einen wird eine Synthese von Konzepten und Methoden der Gemeinschafts- und Ökosystemökologie angestrebt. Zum anderen sind unsere Arbeiten motiviert durch die deutliche Veränderung biogeochemischer Kreisläufe, das Aussterben nativer und die Einwanderung exotischer Arten sowie die Veränderung klimatischer Randbedingungen. Alle diese Vorgänge sind anthropogen verstärkt bzw. verursacht.

Relevanz
Der Großteil der Primärproduktion im Meer wird durch pelagische und – im Flachwasser – benthische Mikroalgen geleistet. Zudem sind diese Organismen die Basis der marinen Nahrungsnetze. Plankton und Benthos spielen also eine zentrale Rolle im Stoffumsatz und Energiefluss der Küstenökosysteme. Um biogeochemische Prozesse der Meere verstehen zu können, müssen daher die hier stattfindenden Prozesse analysiert werden.

Ansatz
Nach unserem Verständnis dienen insbesondere experimentelle Tests der Bewertung genereller ökologischer Hypothesen. Gegenstände unserer experimentellen Analysen sind die Regulation der Primärproduktion, die Bedeutung der bakteriellen und autotrophen Produktion und der trophische Transfer über Meso- und Protozooplankton bzw. über benthische Meio- und Makrofauna. Unsere Analysen werden zu einem besseren Verständnis der marinen Biogeochemie beitragen. Der experimentelle Teil unserer Arbeit wird ergänzt durch wissenschaftliche Syntheseprojekte (insbesondere Meta-Analysen) und die Bearbeitung und Einbeziehung von Beobachtungsdatensätzen.

 

Leitung

Foto: Monika Feiling


Prof. Dr. Helmut Hillebrand


Tel.: +49-(0)4421-944-102
Tel. Ol: +49-(0)441-798-3614
Fax: +49-(0)4421-944-299
E-Mail: helmut.hillebrand(at)icbm.de

 

MWK-Ausschreibung "Küsten- und Meeresforschung in Niedersachsen"

Population Shift and Ecosystem Response – Krill vs. Salps (POSER)

Prof. Dr. Helmut Hillebrand, Prof. Dr. Bettina Meyer

"Langzeitdaten zeigen, dass der Bestand des antarktischen Krill, der eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz einnimmt, im Bereich der westlichen antarktischen Halbinsel abgenommen hat, während Salpen, die ein fast totes Ende im Nahrungsnetz darstellen, zunehmen. Derartige Bestandsänderungen beider Organismen haben Auswirkungen auf die Funktionalität des marine Ökosystems in dieser Region. Unser Vorhaben untersucht wie der Kohlenstofffluß sowie die Dynamik des mikrobiellen Nahrungsnetzes und die daran gekoppelten biogeochemischen Stoffflüsse von diesen Populationsänderungen beeinflusst werden."