POpulation Shift and Ecosystem Response – Krill vs. Salps (POSER)

Der westliche atlantische Sektor des Südpolarmeeres und speziell die Region um den nördlichen Bereich der westlichen antarktischen Halbinsel (WAP) stellt eine der sich am schnellsten erwärmenden Region unseres Planeten dar, und bildet somit ein geeignetes, natürliches Laboratorium um die Auswirkungen von Klimaveränderungen auf das Ökosystem zu untersuchen. Die fortlaufende Erwärmung in diesem Gebiet beeinflusst vor allem die saisonale Meereisdynamik, und führte im Mittel zu einer kürzeren winterlichen Meereisbedeckung, mit direkten Folgen für die marine Biota, speziell jener die auf microbielle Meereisgemeinschaft als Nahrungsquelle angewiesen ist. Langzeitdaten haben in der WAP Region eine signifikante Abnahme des Meereises in den letzten 30 Jahren gezeigt, mit umfassenden Veränderungen der marinen Biota  (z.B. Abnahme des Krillbestandes durch eine Verschlechterung des Überlebenserfolgs der Nachfolgereneration, Anstieg der Salpenpopulation, Abnahme der Nahrungsqualität und –quantität). Salpen bevorzugen aufgrund ihres Fressapparates „wärmeres“, eisfreies Wasser mit geringerer Phytoplankton Konzentration. Zusammen stellen Krill und Salpen die bedeutendsten Phytoplankton konsumierenden Makrozooplanktonorganismen im atlantischen Sektor des Südpolarmeeres dar, unterscheiden sich jedoch wesentlich in ihrer Lebensgeschichte, Fressbiologie, Populationsdynamik und ihrer trophischen Position im marinen Ökosystem des Südozeans. Eine Veränderung in der Häufigkeitsverteilung dieser beiden Organismen würde somit eine Kaskade von Kurz- und Langzeit Veränderungen in der Ökosystemstruktur sowie wichtiger Ökosystemfunktionen auslösen und damit die Biodiversität und die biogeochemische Zyklen langfristig beeinflussen. Der westliche atlantische Sektor des Südpolarmeeres stellt vor diesem Hintergrund ein perfektes natürliches Modellsystem dar um die wenig verstandenen Auswirkungen der anthropogen bedingten Erwärmung auf die Dynamik des Nahrungsnetzes und die daran gekoppelten biogeochemischen Stoffflüsse zu untersuchen. Gesamtziel des vorliegenden Projektes ist es festzustellen inwieweit Krill und Salpen die Produktivität, die Regenerierung von Makronährstoffen (N, P, Si) und Spurennährstoffen (Fe, Zn, Co, Cu, Cd, Pb) mit Schwerpunkt auf Fe, den Kohlenstoffexport und die Zusammensetzung des mikrobiellen Nahrungsnetzes im atlantischen Sektor des Südozeans beeinflussen.

 

Projekt-ID

Projektleitung: Bettina Meyer (AWI), Helmut Hillebrand

Beteiligte PEL: Stefanie Moorthi, Helmut Hillebrand, N.N.

Weitere Beteiligte: Bettina Meyer (AWI), Morten Iversen (AWI), Bernd Blasius, Scarlett Trimborn (UB)

Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)

Laufzeit: 2016-2020