Leben

Das Leben entwickelte sich auf der Erde im Proterozoikum. Die ersten Organismen waren Prokaryoten, die über Photosynthese Sauerstoff erzeugten. Sie formten also die Atmosphäre um, so dass die Bedingungen für höheres Leben geschaffen wurden.

In der kambrischen Explosion ungefähr vor 542 Millionen Jahren entstanden in einer kurzen Zeitperiode (50 Millionen Jahre) eine Vielzahl neuer Arten, von denen zwar viele wieder ausstarben, sich aber auch die grundlegenden Eigenschaften der heutigen Arten etablierten.

Die heutigen Bedingungen auf dem Mars sind hingegen sehr lebensfeindlich. Die Entdeckung von Wasser spricht, wenn auch nicht unbedingt für heutiges, zumindest für die Möglichkeit von früherem Leben.

Abb. 1: Der Meteorit ALH84001 [Quelle]

Der Meteorit ALH84001, der 1996 in der Antarktis gefunden wurde, regte neue Diskussionen über Leben auf dem Mars an. Der Stein entstand vor ungefähr 4 - 3,5 Milliarden Jahren auf dem Mars und soll sich vor 15 Millionen Jahren vom Mars gelöst und auf die Erde gelangt sein. Die Bedingungen auf dem Mars waren in der Entstehungsperiode des Meteoriten lebensfreundlicher. Da er Magnetit-Kristalle enthält, die nach Ansicht einiger Forscher nur biologischem Ursprung sein können, gilt er als mögliches Indiz für ein frühes Leben auf dem Mars. Diese Hypothese ist aber bis heute nicht widerlegt oder bewiesen worden. Die meisten Experten gehen aber heute davon aus, dass die Magnetit-Kristalle sich erst auf der Erde formten und nicht auf dem Mars.

Ende der siebziger Jahre führte die Viking-Sonde mehrere Experimente durch, um heutiges Leben auf dem Mars nachzuweisen. Die Experimente lieferten jedoch keine Anhaltspunkte für Leben. Neuere Untersuchungen stellen die Aussagekraft dieser Experimente in Frage.

Eine der trockensten Regionen der Erde, die Atacama Wüste in Chile, kann als Modell für den Marsboden angesehen werden. Eine Simulation der Viking-Experimente zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit Bakterien zu kultivieren in den trockensten Gebieten extrem abnimmt. Vielleicht konnten die Instrumente der Viking-Sonde diese geringen Spuren nicht nachweisen.

Diese Hypothese betrachtet allerdings nur die obersten Bodenschichten der Atacama Wüste. In den tieferen Schichten der Atacama Wüste wurden sehr viele Bakterien entdeckt. Untersuchungen der tieferen Bodenschichten auf dem Mars würden also aussagekräftigere Ergebnisse liefern. Außerdem enthält der Boden der Atacama Wüste eine wesentlich höhere Konzentration von organischem Kohlenstoff als durch die Viking-Sonde hätte nachgewiesen werden können, so dass auch dieses Experiment als fragwürdig hinsichtlich seiner Aussagekraft angesehen wird.

Neuere Ergebnisse der ESA-Raumsonde Mars Express bestätigten das Vorhandensein von Methan in der Marsatmosphäre. Methan kann jedoch nicht länger als ein paar hundert Jahre in der Marsatmosphäre existieren. Als Ursache kommt sowohl Vulkanismus als auch die Aktivität von Mikroorganismen in Frage.

Sogenannte extremophile Organismen sind in der Lage, unter widrigsten Bedingungen zu überleben. Diese Organismen könnten auf dem Mars existieren und eventuell das nachgewiesene Methan erzeugen. Das DLR-Projekt "Leben im Permafrost" versuchte, Aufschlüsse über die Existenz von extremophilen Organismen zu erbringen. Die Untersuchungen zeigten, dass auch bei bis zu -40°C noch chemische Reaktionen mit sogenannten "unfrierbarem Wasser" möglich sind. Diese sind wiederum Grundlage möglichen Lebens.

Der Beagle 2 Lander der Mars Express-Sonde war mit dem PLUTO-Bohrer ausgerüstet, welcher in tieferen Bodenschichten Untersuchungen vornehmen sollte. Das Absetzen des Landers schlug jedoch fehl.

Um die Frage nach Leben auf dem Mars zu klären, sind noch viele Experimente vor Ort durchzuführen. ESA und NASA planen bereits die nächsten Missionen, von denen eine vielleicht die endgültige Antwort liefern wird. Die Möglichkeit des Lebens auf dem Mars besteht weiterhin und ist ein spannendes Thema, dessen Verfolgung sehr lohnenswert ist.