Pioniere und Eisbrecher

Die Vidar Viking
Abbildung 3: Die Vidar Viking

Weil die Arktis so schwer zugänglich ist, gab es dort bis her nur wenige Expeditionen und nur ein einziges mal vor ACEX wurde versucht dort Sedimente zu erbohren.
1996 führt laut [Gerdes 2004d] das Swedish Polar Research Secretariat eine Bohrung auf dem Lomonosov-Rücken durch, bei der es es jedoch noch einige Probleme gibt. Der Eisbrecher Oden fungiert sowohl als Bohrschiff als auch als Eisbrecher und kann daher während der Bohrungen keine größeren Eisschollen zerbrechen. Außerdem besteht sein Bohrgestänge teilweise aus Plastik, welches für die großen Tiefen zu weich ist.

 

Die Oden
Abbildung 4: Die Oden

Die Wissenschaftler dieser Expedition nehmen auch an ACEX teil und helfen die damals gemachten Fehler diesmal zu vermeiden. An der Expedition sind nun insgesamt drei Schiffe beteiligt: Die Vidar Viking (Abb. 3), die Oden (Abb. 4) und die Sowetskiy Soyuz (Abb. 5).

 

Die Sowetskiy Soyuz
Abbildung 5: Die Sowetskiy Soyuz

Sattelitenaufnahme der drei Schiffe
Abbildung 6: Eine Satteliten- aufnahme der drei beteiligten Schiffe. Die Sowetskiy Soyuz und die Oden zerstören große Eisschollen. Die Vidar Viking muss nur noch gegen kleine Brocken ihre Position halten [ALIAS 2006c]

Die Vidar Viking (83,7m Länge, 400t Wasserverdrängung, 1,2m max. Eisdicke [ALIAS 2006a]) ist ein als Bohrschiff umgerüsteter Eisbrecher aus Norwegen. Sie hat die schwierige Aufgabe 500m Sedimente aus etwa 1000m Tiefe zu erbohren und dabei bei Wind, Nebel und Eisschollen an Ort und Stelle zu bleiben, damit das Bohrgestänge nicht bricht. Die Eisbrecher Oden (107,8m Länge, ~9.500t Wasserverdrängung, 1,9m max. Eisdicke, Schweden [ALIAS 2006b]) und Sowetskiy Soyuz (180m Länge, 23.000t Wasserverdrängung, 2–3m max. Eisdicke, Russland [ALIAS 2006c]) unterstützen sie dabei und halten die Umgebung um die Bohrstelle frei von größeren Eisschollen (Abb. 6). Zusätzlich werden die Schiffe vom Festland aus mit aktuellen Satellitendaten und Wetterprognosen versorgt; Hubschrauber setzen vor Ort Sonden mit GPS auf großen Schollen ab, die Daten zu Strömungsrichtung und -stärke sammeln [Gerdes 2004e].