Bachelor oder Master gesucht

Bearbeitung und Interpretation von Sedimentproben; beprobt auf Sonne Ausfahrt SO245: Transekt von der Küste Südamerikas bis Neuseeland.

 

Aus dem Fahrtantrag:

Der südliche pazifische Wirbel (SPG) ist wegen seiner Abgeschiedenheit der am wenigsten mit Nährstoffen befrachtete (oligotrophe) Teil des Pazifischen Ozeans mit geringer organischer Produktion sowie der niedrigsten Chlorophyll-a Konzentration weltweit. Trotz seiner riesigen Ausdehnung ist der SPG nur wenig untersucht. Jüngste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Nährstoff- und Kohlenstoffkreisläufe der mikrobiellen Gemeinschaften an die ultraoligotrophen Bedingungen angepasst sind und der SPG eine bedeutende Rolle in der globalen Stickstofffixierung spielt. Paradoxerweise existieren jedoch in diesen Gewässern vergleichsweise hohe Konzentrationen an gelöstem organischen Kohlenstoff und Stickstoff. Ziel der Forschungsfahrt ist es, auf einem Transekt durch den SPG, die Kreisläufe des Stickstoffs, Phosphors und organischen Kohlenstoffs zu erforschen. Es ist geplant, Proben aus der gesamten Wassersäule und des Oberflächensediments zu gewinnen und zu analysieren. Die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemein-schaften sollen bestimmt werden wie auch experimentell der Umsatz von Stickstoff-, Phosphor-, Eisen und Kohlenstoffverbindungen. Die Rolle von Partikel und Staub-eintrag soll genauso untersucht werden wie die Verteilung von Neodym, Uran- und Thorium-Isotopen, um den SPG genauer zu charakterisieren. Anthropogene Nährstoffbelastungen beeinflussen nach wie vor die großen Wirbel der Weltmeere. Der SPG ist wahrscheinlich das derzeit noch unberührteste Wirbelsystem, wo ultraoligotrophe mikrobielle Gemeinschaften erforscht werden können.

Bearbeiter/in soll geochemische Untersuchungen (Hauptelemente und Spurenmetalle mittels RFA und Elementaranalyse) durchführen um Prozesse zu identifizieren wodurch die Sedimente auf dem Transekt beeinflusst werden. Neben küstennahem Flusseintrag und äolischen Eintrag dürfte auch eine biogene und diagenetische Komponente in den Sedimenten zu finden sein. Die Daten dienen als Grundlage für weiterführende geochemischen Untersuchungen wie z.B. Th-, U-, Sr- und Nd-Isotope und die Verteilung der Seltenen Erden (SEE) um grundlegende Strömungsmuster in diesem Bereich des Pazifiks heute und in der Vergangenheit zu charakterisieren.


Interessenten melden sich bei:

AG Mikrobiogeochemie, Dr. Bernhard Schnetger (b.schnetger(at)icbm.de) ,

Tel. 0441-798-3796, ICBM Gebäude W15-0-014.