Ursache des Vulkanismus im Cenoman/Turon-Ereignis

Lange Zeit war die massgebliche Ursache für die erhöhte vulkanische Aktivität unerklärt. Doch inzwischen geht man davon aus, dass eine lange Periode in der Kreidezeit, das "long cretaceous normal", in der sich das Magnetfeld der Erde nicht umgekehrt hat, ausschlaggebend für diese Ereignisse gewesen sein muss. Dabei muss sich eine massive Störung in der Kern-Mantel-Grenze gebildet haben, welche zu dem Aufstieg von "mantle plumes", große Magmablasen im Erdmantel, führte. Diese Blasen hoben dann den Mantel und somit die Landfläche aber vor allem die Ozeanischen Rücken an und erhöhten zuerst einmal den Wasserspiegel. Viele dieser Blasen werden den Mantel dann auch durchbrochen haben und die Zahl der aktiven Vulkane drastisch erhöht haben. Diese erfüllten dann die bereits beschriebene These des erhöhten CO2-Austoßes.
Wie auch die Spurenmetalle in den Schwarzschiefern vermuten lassen, geht man für das Cenoman/Turon Ereignisses von einer Dauer von 400.000 bis 500.000 Jahren der erhöhten Vulkanischen Aktvität aus, in der im Vergleich zu heute eine starke Störung des Klima-Systems vorlag.


Abbildung: Paläoenvironment Quelle: Skript zur Vorlesung Meeres-Geochemie von H.-J. Brumsack, S.73, Uni-Oldenburg Stand 2005