Monsun und Himalaya

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Asiatischen Monsuns spielt das gewaltige Massiv des Himalaya, das sich seit etwa 50 Ma durch die Kollision Indiens mit der eurasischen Platte bildet und mit dem Monsun wechselwirkt.

Tibet

Der so genannte Hadley-Zyklus ist ein bestimmender Faktor des Weltklimas. Warme Luft steigt am Äquator auf und sinkt abgekühlt und trockener (da abgeregnet) bei etwa 30° beiderseits des Äquators wieder ab. Das Plateau von Tibet liegt nun relativ genau auf 30°N und stellt eine starke Wärmequelle für die Troposphäre dar. Diese Wärmequelle bewirkt in ganz Asien eine dem Hadley-Zyklus entgegenwirkende Konvektion (siehe auch Abbildung 1).

Hadley-Zelle
Abb. 2: Hadley-Zelle (Originalkontext: PD Dr. H. Kehl).

Dadurch wird feuchte Luft aus dem Bereich des Indischen Ozeans angesaugt: Der Asiatische Sommermonsun entsteht. Das Plateau liegt im Mittel knapp unter 5000m ü. NN. Durch seine Höhe, seine innerkontinentale Lage, die zudem durch das Massiv des Himalaya vor der Regenfracht des Monsuns geschützt ist, herrschen über dem Plataeu extrem trockene Luftbedingungen, sodass sich kaum Wolken bilden. Dadurch und durch seine für die Sonneneinstrahlung optimale Lage am nördlichen Wendekreis, heizt sich das Plateau sehr stark auf. Dadurch bildet sich ein starkes Druckgefälle zum Tiefland aus, welches den Monsun ankurbelt.

Wetterscheide

Wenn die feuchte Luft aus dem Indik mit dem Monsun nordwestwärts zieht, so trifft sie unweigerlich auf ein gewaltiges Hindernis: den Himalaya. Da die Luftmassen hier in höhere, kalte Regionen ausweichen müssen, kühlen diese stark ab. Mit sinkender Temperatur sinkt aber auch das Wasseraufnahmevermögen der Luft. Es entsteht der so genannte Steigungs- oder Stauregen. Dadurch kommt es an der Südseite des Himlaya zu sehr heftigen Regenfällen, während auf der Nordseite trockenes Klima vorherrscht.

Erosion und Gebirgsbildung

Heutzutage wird Gebirgsbildung nicht mehr nur als rein exogener Prozess betrachtet. Sie wird vielmehr verstanden als ein komplexes Zusammenspiel von tektonischen, erosiven und klimatischen Prozessen. Bei der Entstehung eines Gebirges kommt es zu einer Vielzahl von Rückkopplungen zwischen diesen Prozessen. Sie beeinflussen die Dauer der Entstehung sowie die Form, wobei diese einer ständigen Veränderung unterworfen ist.
Vom Himalayamassiv wird heute angenommen, dass dieses ohne den Asiatischen Monsun längst nicht so hoch wäre. Als sich vor 8 Ma das Tibetanische Plateau erhob, verstärkten sich der Monsun und dadurch auch die am Himalaya niedergehende Regenmenge und somit auch die Erosion. Die stärkere Erosion ihrerseits führte zusammen mit der stärkeren Sedimentierung zu einer isostatischen Ausgleichsreaktion, wodurch sich der Himalaya durch den Auftrieb weiter aus der Asthenosphäre erhob. Ein Applet der Uni Freiburg verdeutlicht diesen Zusammenhang. Verstärkte Erosion führt also kaum bis gar nicht zu einer Verringerung der Höhe eines Gebirges. Dafür verringert sich das Gewicht eines Gebirges, wodurch dann tektonische Prozesse in der Tiefe, die zu einer weiteren Hebung führen, beschleunigt werden können und das Gebirge so in der Summe an Höhe gewinnt. Auf diese Weise kam es zu einer gegenseitigen Verstärkung von Hebung des Himalaya und Monsun.