29.03.2018 – ICBM
Von: Dr. Sibet Riexinger

6.600 Liter Algensuppe: 6 Wochen-Experiment

Blick auf eine dichte Algenblüte im Planktotron. An der Wasseroberfläche spiegelt sich das Kunstlicht, das die Lichtverhältnisse im Tagesgang simuliert [Foto: Maren Striebel, ICBM]

Wissenschaftlicher Nachwuchs simuliert Algenblüte

Wilhelmshaven/Oldenburg. Derzeit untersuchen Forscher am ICBM im Rahmen des Graduiertenprogramms EcoMol (The Ecology of Molecules) fächerübergreifend, wie sich eine sogenannte Algenblüte unter naturnahen Bedingungen im Labor entwickelt. Beteiligt sind an dem Projekt neun Doktoranden des ICBM - neben ihren Betreuern aus eben so vielen Arbeitsgruppen, eine Doktorandin der Jade Hochschule sowie zwei Wissenschaftlerinnen des Helmholtz Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität (HIfMB).

Wenn die Tage wieder länger und heller werden, vermehren sich in der Nordsee massenhaft winzige Algen. Sie beginnen zu blühen. Die Mikroalgen sind sozusagen der Einstieg ins Nahrungsnetz vor unseren Küsten: Sie fangen die Sonnenenergie ein und bilden Zucker und Körpersubstanz. Unter bestimmten Bedingungen können diese Blüten sehr stark ausfallen und zum Problem werden, nämlich dann, wenn sich die absterbenden Algen zersetzen und dabei der Sauerstoff im tiefen Wasser aufgezehrt wird.

In dem einzigartigen Experiment am Wilhelmshavener Standort des ICBM untersuchen die Wissenschaftler derzeit die Entwicklungen rund um eine Algenblüte engmaschig in elf sogenannten Planktotronen. Im Prinzip handelt es sich dabei um 600 Liter Stahlfässer, in denen etwa Lichtintensität und Nährstoffgehalt exakt vorgegeben werden können. Einzelne Einflussgrößen werden permanent, andere stündlich oder täglich aufgezeichnet. Ein umfangreiches Bild werden die Forscher nach Ablauf der sechs Experimentwochen, ab etwa Ende April, zeichnen können. Bis dahin arbeiten sie im Tag/Nacht-Schichtbetrieb – auch über die Osterfeiertage.

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