Geoökologie

Bachelor- und Masterarbeitsthemen

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Geophysikalische und geologische Untersuchungen zur Vereisungsgeschichte Norddeutschlands (Quarzwerk Marx, Lkr. Wittmund)

In der Elster-Kaltzeit wurde Nordwesteuropa zum ersten Mal von einer Vereisung getroffen; die Eismassen stießen hierbei bis an den Rand der deutschen Mittelgebirge vor. Als dieses Eis abschmolz, bildeten sich in Nordwestdeutschland große Eisstauseen und Rinnensysteme, in denen Ton und Schluff abgelagert wurden. Diese als „Lauenburger Ton“ bezeichneten Sedimente reichen von den Niederlanden bis nach Mecklenburg-Vorpommern und dienten in Friesland jahrhundertelang als Rohstoff für die Ziegeleiindustrie. In einer Sandabbaugrube im Ldkr. Wittmund sind diese Ablagerungen nun punktuell aufgeschlossen. Ziel der Arbeit ist es, die flächige Verbreitung dieser elsterzeitlichen Strukuren mit modernen geophysikalischen und geologisch-sedimentologischen Methoden zu erfassen und zu beschreiben. Die genaue Beschreibung dieser Strukturen ist notwendig, um in der abschließenden Wiederherrichtung der Böschungen für den Naturschutz eine Stabiliät zu gewährleisten. 

Themenspektrum:

  • Quartärgeologische Untersuchungen zur Vereisungsgeschichte Norddeutschlands
  • Kleinräumige Kartierung/Geländeaufnahme glazialer Strukturen
  • Landschaftsformung durch Glazialtektonik
  • Ausbreitung, Genese und Struktur glazigener Beckenstrukturen (Sedimentverfüllung)

Geländearbeiten:

  • Georadarmessungen (Ground-penetrating radar)
  • Geologische-/geomorphologische Geländeaufnahme
  • Aufschlussbeschreibung
  • Rammkernsondierungen
  • Sedimentologische Laboranalysen (Granulometrie)
  • dGPS Vermessung

Voraussetzungen:

  • Führerschein Kl. B
  • Interesse an der Arbeit im Gelände und an der Küste
  • GIS-Kenntnisse (ArcView)

Unterkunft:
Eine Unterkunft kann im ICBM-Terramare gestellt werden. Labor- und Arbeitsplatz sind in WHV vorhanden.

Ansprechpartnerin:
Dipl.-Geogr. Tanja Tillmann (tanja.tillmann@uni-oldenburg.de)

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Neophyten auf den Ostfriesischen Inseln – Verbreitung und Vergesellschaftung am Beispiel der Späten Traubenkirsche (Prunus serotina Ehrh.)

(Kooperationspartner: Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer)

Generell werden alle in Mitteleuropa heimischen Pflanzenarten als autochthon bzw. indigen bezeichnet, im Gegensatz zu den sogenannten „Neubürgern“ oder Neophyten, die ihr angestammtes Verbreitungsareal über natürliche Ausbreitungsbarrieren hinweg, in der Regel mit Hilfe des Menschen erweitert haben. Die eingeschleppten oder eingeführten Arten verhalten sich in ihren neuen Verbreitungsgebieten recht unterschiedlich. Manchen Neophyten nischen sich ein, andere verbreiten sich invasiv und können unter Umständen zu massiven Problemen in der Zusammensetzung und Verdrängung natürlicher Vegetationsstrukturen führen.   Auf den Ostfriesischen Inseln sind mit dem Kaktusmoos (Campylobus introflexus), der Kartoffelrose (Rosa rugosa), dem Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica) und der Späten Traubenkirsche (Prunus serotina) vier solcher Problemarten bekannt. Für letztere Art war bis 1997 bekannt, dass sie bis auf Norderney auf allen Inseln in unterschiedlicher Abundanz vorkam. Mit der Arbeit von Hahn (2006) konnte auch die letzte Lücke geschlossen werden, so dass zum heutigen Stand die Späte Traubenkirsche auf allen Inseln vertreten ist. Seit der letzten intensiven Erfassung und Kartierung von Neophyten ist höchstwahrscheinlich zu einer weiteren Ausbreitung oben beschriebener Arten gekommen.

Ziel der Arbeit(en) ist es: i) Erfassung und Kartierung von Prunus serotina-Vorkommen auf verschiedenen Inseln ii) Erfassung und Dokumentation der umgebenden Vegetationseinheiten iii) Abschätzung des Gefährdungspotenzials iv) Erarbeiten eines Management- und/oder Schutzplanes für schützenswerte Bereiche

Methoden/Aufgaben: Taxonomie, Vegetationskartierung, Fotodokumentation, Erfassung von Standortfaktoren (Boden, Sediment…), Kartendarstellung, Bewertung.

Es besteht die Möglichkeit eine Insel auszuwählen und zu bearbeiten.

Thematische Schlagworte: Neophyta, Ostfriesische Inseln, Invasion, Management

Literatur:

Hahn, D. (2006): Neophyten der Ostfriesischen Inseln – Verbreitung, Ökologie und Vergesellschaftung. – Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, 9: 175 S.; Wilhelmshaven.

Kowarik, I. (2003): Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Ulmer Verlag; Stuttgart.

Oltrop, S. (2010): Neophyten auf der Insel Wangerooge – Bestandsaufnahme und Gefährdungspotenzial am Beispiel der Kartoffelrose (Rosa rugosa), der Späten Traubenkirsche (Prunus serotina) und des Schmalblättrigen Greiskrauts (Senecio inäquidens). – Unveröffentlichte Diplomarbeit Landschaftsökologie der CvO Oldenburg, 76 S.; Oldenburg.

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Die Bestandssituation des Gefleckten Sandröschen (Tuberaria guttata L.) auf Norderney

(Kooperationspartner: Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer)

Das Gefleckte Sandröschen (Tuberaria guttata)ist eine Art aus der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae), die in Deutschland mit nur drei Gattungen in der Flora vertreten ist (Fumana, Helianthemum und Tuberaria). Das Sandröschen hat ein typisches atlantisch-mediterranes Verbreitungsgebiet, so dass seine Wuchsgebiete ebenso im gesamten Mittelmeergebiet und den Kanaren zu finden sind, wie auch in Westeuropa bis nach Irland. Als Wuchsorte werden offene und sandige Standorte bevorzugt. Im Mediterrangebiet sind dies vor allem offene Vegetationsstrukturen der Macchie und Garrigues, in unseren Breiten werden sonnige und sandige Grasfluren besiedelt.  Sowohl in Deutschland also auch in Niedersachsen ist die Art vom Aussterben bedroht und auf der jeweiligen Roten Liste in der höchsten Kategorie gelistet.

In der Flora von Bremen, Oldenburg und Ostfriesland und der Ostfriesischen Inseln von Buchenau (1936) ist die Art noch unter dem Namen Helianthemum guttatum Mill. aufgeführt und für die Inseln Norderney und Juist vezeichnet. Das Vorkommen auf Norderney ist ein natürliches Vorkommen und bereits 1936 als abnehmend beschrieben, wohingegen das Vorkommen auf Juist auf Ansalbungen im Jahr 1897, vermutlich durch Otto Leege zurückgeht. In der Flora von Nordwestdeutschland von Von Dieken (1970) sind beide Vorkommen auf Juist und Norderney als abnehmend beschrieben und nach der neuesten Auswertung von Niedringhaus et al. (2008) ist nur noch das Vorkommen auf Norderney existent.

Ziel der Arbeit ist es: i) die floristisch-vegetationskundliche Situation von Tuberaria guttata auf Norderney zu erfassen ii) die standörtliche Situation zu erfassen iii) ein Gefährdungspotenzial für die Art auf Norderney abzuschätzen (Nährstoffeinträge, Kultivierungsmaßnahmen… iv) eine Recherche der Bestandssituation der Art in der Bundesrepublik bzw. in Europa durchzuführen

Methoden/Aufgaben: Taxonomie, Vegetationskartierung, Fotodokumentation, Erfassung von Standortfaktoren (Boden, Sediment…), Kartendarstellung, Bewertung.

Thematische Schlagworte: Geflecktes Sandröschen, Ostfriesische Inseln, Artenschutz, Gefährdungspotenzial, Management

Literatur:

Buchenau, F. (1936): Flora von Bremen, Oldenburg, Ostfriesland und der Ostfriesischen Inseln. 10. Aufl. ; Geist Verlag; Bremen. (Faksimile Nachdruck 1986, Döll Verlag, Bremen).

Niedringhaus, R., Haesler, V. & Janiesch, P. (Hrsg.) (2008): Die Flora und fauna der Ostfriesischen Inseln – Artenverzeichnis und Auswertungen zur Biodiversität. – Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, 11: 470 S.; Wilhelmshaven.

Van Dieken, J. (1970): Beiträge zur Flora Nordwestdeutschlands, Verlag Mettcker und Söhne; Jever.

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Die Vegetationsentwicklung im Langeooger Sommerpolder nach der Rückdeichung im Jahr 2004 – Kontrolle und Bewertung einer Ausgleichsmaßnahme

(Kooperationspartner: Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer)

Ziel der seit 2002 durchgeführten Untersuchungen im Langeooger Sommer-polder ist es, umfassende Kenntnisse über die Entwicklung einer Salzwiese nach einer Rückdeichung zu erhalten. Die Langeooger Salzwiese war in Teilbereichen von 1936 bis 2004 von einem flachen Sommerdeich eingefasst. Dies hatte intensive Veränderungen der Vegetations-zusammensetzung zur Folge. Im Jahr 2004 wurde der Deich im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme geschleift und ist seit dieser Zeit wieder der natürlichen Tidedynamik ausgesetzt. Die erhobenen Daten und Ergebnisse sollen/können auch auf Szenarien übertragen werden: Kann sich eine Salzwiese in einem bestimmten Zeitraum renaturieren und mit einem ansteigenden Meeresspiegel mitwachsen um die Funktion eines natürlichen Küstenschutzes zu behalten. Die Veränderungen der Vegetation wurden seit 2002 in mehr oder weniger unregelmäßiger Folge durch detaillierte Vegetationskartierungen auf Artniveau und zum anderen durch die Erfassung von Dauerflächen dokumentiert. In den Jahren 2005 bis 2007 fand jeweils im August eine Vegetationskartierung statt, 2009 wurde eine weitere Kartierung durchgeführt. Als Referenzkartierung dient eine Arbeit, die Barkowski (2003) vor der Rückdeichungsmaßnahme durchführte.

Ziel der Arbeit ist es: i) die floristisch-vegetationskundliche Situation im Langeooger Sommerpolder zu erfassen ii) die vorhandenen Dauerquadrate zu erfassen und zu kontrollieren iii) Standortparameter zu erfassen iv) die selber erhobenen Parameter mit den bereits vorliegenden Daten zu vergleichen v) eine Bewertung der Ausgleichsmaßnahme zu versuchen. Eine genaue Festlegung des Arbeitsumfanges erfolgt nach Rücksprache

Methoden/Aufgaben: Vegetationskartierung, Fotodokumentation, Erfassung von Dauerquadraten, Kartendarstellung, Bewertung.

Thematische Schlagworte: Rückdeichung, Ausgleichsmaßnahme, Salzwiese, Ostfriesische Insel, Vegetationskartierung

Literatur:
BARKOWSKI, J. & H. FREUND (2006): Die Renaturierung des Langeooger Sommerpolders – Eine zweite Chance für die Salzwiese?. – Oldenburger Jahrbuch 106: 257–278

BARKOWSKI, J. W., KOLDITZ, K., BRUMSACK, H. & FREUND, H. (2009): The impact of tidal inundation on salt marsh vegetation after de-embankment of Langeoog Island, Germany - six years time series of permanent plots. – Journal of Coastal Conservation 13 /4, 185 - 206.

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Der Sedimentaufwuchs im Langeooger Sommerpolder nach der Rückdeichung im Jahr 2004 – Kontrolle und Bewertung einer Ausgleichsmaßnahme

(Kooperationspartner: Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer)

Ziel der seit 2002 durchgeführten Untersuchungen im Langeooger Sommerpolder ist es, umfassende Kenntnisse über die Entwicklung einer Salzwiese nach einer Rückdeichung zu erhalten. Die Langeooger Salzwiese war in Teilbereichen von 1936 bis 2004 von einem flachen Sommerdeich eingefasst. Dies hatte intensive Veränderungen sowohl der Vegetationszu-sammensetzung als auch in der Sedimentations-dynamik zur Folge. Im Jahr 2004 wurde der Deich im Rahmen einer Kompensationsmaßnahme geschleift und ist seit dieser Zeit wieder der natürlichen Tidedynamik ausgesetzt. Bis zur Rückdeichung wurde der Sommerpolder seltener überflutet und erhielt somit auch weniger Sedimentfracht, die für ein Aufwachsen benötigt wird. Seit 2004 wird wieder vermehrt Sediment eingetragen. Die Kontrolle erfolgte bis 2007 über Sedimentfallen, das Aufwachsen der Salzwiesenoberfläche über SEBs (Sedimention-Erosion-Bars).  Parallel hierzu wurden auch der Diasporeneintrag erfasst und ausgewertet um zu ermitteln, welche Pflanzen über Samen- und Sporenmaterial angeliefert werden und welche Arten sich letztendlich vor Ort ansiedeln. Dieser Aspekt könnte in einer Arbeit ebenfalls bearbeitet werden. Zentrale Fragen sind unter anderem: Wie wirkt sich die Entfernung von der Wattkante bzw. von Prielen auf die Sedimentation aus? Sind bestimmte Vegetationseinheiten bessere „Sedimentfänger“ als andere? Gibt es Veränderungen in der Sedimentation seit 2004?

Ziel der Arbeit ist es: i) Höhenvermessung der eingebrachten Sedimentfallen ii) Messen der Sedimentfracht in ausgewählten Sediementfallen iii) Sedimentologische Auswertung der Sedimentfracht iv) Höhennivellement über SEBs v) Vergleich der eigenen Daten mit vorliegenden Messdaten und Versuch eine Bewertung der Ausgleichsmaßnahme. Eine genaue Festlegung des Arbeitsumfanges erfolgt nach Rücksprache

Methoden/Aufgaben: Erfassen und sedimentologische Auswertung der Sedimentfracht, Fotodokumentation, Erfassung von Diasporen, Bewertung.

Thematische Schlagworte: Rückdeichung, Ausgleichsmaßnahme, Salzwiese, Ostfriesische Insel, Sedimentologie, Diasporen

Literatur:

BARKOWSKI, J. W., KOLDITZ, K., BRUMSACK, H. & FREUND, H. (2009): The impact of tidal inundation on salt marsh vegetation after de-embankment of Langeoog Island, Germany - six years time series of permanent plots. – Journal of Coastal Conservation 13 /4, 185 - 206.

KOLDITZ, K., DELLWIG, O., BARKOWSKI, J., BAHLO, R., LEIPE, T., FREUND, H., & BRUMSACK, H. (2012): Geochemistry of Holocene salt marsh and tidal flat sediments on a barrier island in the southern North Sea (Langeoog, North-west Germany). Sedimentology, 59, S. 337-355, doi: 10.1111/j.1365-3091.2011.01252.x.

KOLDITZ, K., DELLWIG, O., BARKOWSKI, J., BADEWIEN, T., FREUND, H. & BRUMSACK H. (2012): Geochemistry of salt marsh sediment deposited during simulated sea-level rise and consequences for recent and Holocene coastal development of NW Germany. Geo-Marine Letters, 32, S. 49-60, doi: 10.1007/s00367-011-0250-2.

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