Biochemie
  
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GRUNDPRAKTIKUM BIOCHEMIE

apl. Prof. Dr. I. Witte/Dr. M. Müller

Einführung

Biochemie ist ein Pflichtfach des Biologie-Grundstudiums mit 2 Stunden Vorlesung und 4 Stunden Praktikum. Der Grund dafür ist, daß Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Biochemie wesentliche Arbeitsgrundlagen für andere Fächer der Biologie sind. Biochemie ist jedoch nicht Prüfungsfach im Vordiplom. Biochemie ist Wahlpflichtfach im Hauptstudium. Die Vorlesungen und Praktika für Fortgeschrittene bauen auf der Grundvorlesung und dem Grundpraktikum auf.

Regelsemester für die Teilnahme am Grundpraktikum ist das zweite Semester, d.h. ein Sommersemester, weil die Zulassung zum Biologiestudium in Oldenburg nur zum Winter-semester möglich ist. Entsprechend der durchschnittlichen Länge eines Sommersemesters sind 10 Praktikumsaufgaben an jeweils einem Halbtag zu bearbeiten. Zusammen mit dem Protokoll "Pipettier- und Photometrierübungen" sind die Ergebnisse der Rechenübungen vorzulegen.

Die mit dem Praktikum koordinierte Grundvorlesung Biochemie wird im Praktikumssemester, d.h. im 2. Semester, besucht. Sie behandelt die Arbeitsgebiete des Praktikums, geht aber natürlich auch auf die im Praktikum nicht behandelten Gegenstände ein, soweit sie zur Grundausbildung gehören.

Ein Grundpraktikum soll die Aufgabe erfüllen, die wesentlichen Stoffklassen und Methoden vorzustellen, wobei es immer eine Ermessenssache bleiben wird, was wirklich "wesentlich" ist. Im vorliegenden Programm gibt es eine ganz offensichtliche Lücke: Die Lipide tauchen als expliziter Aufgabeninhalt nicht auf, was bis auf weiteres in der Vorlesung kompensiert werden muß. Die Verteilung des Stoffes auf viele Einzelgegenstände hat die Einteilung in viele Einzelaufgaben zur Folge. Ganz anders wird später im Fortgeschrittenenpraktikum Biochemie vorgegangen werden, wo wenige größere Aufgaben eine engere Beziehung zur Forschungs- und Untersuchungspraxis herstellen.

Das Praktikum wird durch ein Begleitseminar ergänzt. Dieses ist noch enger als die Grundvorlesung auf das Praktikum bezogen, und zwar sowohl auf methodische Inhalte wie deren theoretische Hintergründe. Im Begleitseminar können Studentengruppen ihre Protokollergebnisse vorstellen und begründen, dort werden wir auch versuchen, Ergebnisse vergleichend gegenüberzustellen. Eine wichtige Aufgabe ist, Methoden ähnlicher Zielrichtungen, die aber im Praktikum nicht vorgestellt werden, wenigstens theoretisch zu behandeln.

Die "regelmäßige und erfolgreiche" Teilnahme am Grundpraktikum Biochemie wird wie bei allen biologischen Pflichtpraktika durch Unterschrift eines Veranstalters auf der Laufkarte dokumentiert. Grundlage für die Erteilung der Unterschrift sind die Protokolle der Praktikumsaufgaben. Mindestens 9 der 10 möglichen Protokolle müssen testiert, d.h. von den Betreuern akzeptiert worden sein. Maximal 2 Fehltermine sind gestattet, wenn für einen eine Begründung (z.B. Testat, Krankmeldung, Exkursion etc.) vorliegt. Dieser Fehltermin kann durch die Lösung der Aufgaben im Anhang ausgeglichen werden.

Das Protokoll (s. Beispiel S. 19-20) muß die Arbeitsabläufe und die Ergebnisse in einer Form darstellen, die für einen "Fachmenschen" verständlich ist. Unter Fachmensch verstehen wir einen Kenner des Praktikumsskripts. Es ist also nicht Aufgabe des Protokollierens, das Praktikumsskript abzuschreiben. Für die zeitliche Bewältigung des Protokollproblems hat sich folgende Regel als nützlich herausgestellt: Jeder Student soll maximal nur ein noch nicht testiertes Protokoll haben. Die Nichteinhaltung dieser Regel führt nach einmaliger Verwarnung zum Ausschluss des Studenten/der Studentin aus dem Praktikum! Die von der Gruppe erarbeiteten Ergebnisse sollen gemeinsam aufgearbeitet und in einem Gruppenprotokoll dargestellt werden.

Die auf dem Markt befindlichen "großen" Lehrbücher der Biochemie (Lehninger, Rawn, Stryer, Mathews/van Holde, Voet/Voet und als neuestes Voet/Voet/Pratt, letzteres mit besonderer Empfehlung) sind gut und können empfohlen werden. Geeignet ist auch das sogenannte "Kurze Lehrbuch der Biochemie" von Karlson und das Buch von Dose. Wichtig ist, daß der Student herausfindet, welches Lehrbuch seiner eigenen Art und Weise des Lernens entgegenkommt. Die Frage der Stoffauswahl eines Lehrbuchs spielt auf der Ebene des Grundstudiums keine wesentliche Rolle: Alle Bücher enthalten mehr Stoff, als sich der durchschnittliche Student aneignen kann und wird. Aber ohne Lehrbuch geht es nicht. Die Texte der Praktikumsaufgaben würden sonst uferlos. Als weitergehende Einführung in die biochemische Arbeitspraxis kann das Buch von Aebi (Herausgeber), "Einführung in die praktische Biochemie", empfohlen werden.

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