Meeresoberflächen

Meteor cruise 117 in the Baltic Sea during summer 2015

Um Oberflächenfilme in Auftriebsgebieten zu studieren, waren wir im Sommer 2015 auf dem Forschungsschiff METEOR in der Nähe des Gotland-Beckens und im Finnischen Meerbusen in der nordöstlichen Ostsee unterwegs. Die Fahrt begann in Hamburg, wir fuhren also durch den Nord-Ostsee-Kanal um in die Ostsee zu gelangen. Auftriebswasser ist für verschiedene Forschungsaktivitäten interessant, da es gekennzeichnet ist durch eine hohe CO2-Sättigung, kaltes bzw. nährstoffangereichertes Wasser und eine damit verbundene gesteigerte Primärproduktion (Phytoplankton). Die Reise M117 vom 23.7.- 17.8. war unterteilt in ein Langzeit-Monitoring-Programm im Dienste der Helsinki-Kommission (HELCOM), bzw. im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und ein wissenschaftliches Programm zum besseren Verständnis biochemischer Prozesse in Auftriebsgebieten. Mit an Bord befanden sich Arbeitsgruppen des Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW), des Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS) in Leipzig, des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg sowie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdiensts. Teil unserer Arbeit war es im Meeresoberflächenfilm Kohlenstoffdioxid-Ausstauschraten mit Hilfe einer Boje und diverse Parameter wie Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoffsättigung, Chlorophyll mit dem ferngesteuerten Katamaran „Sea Surface Scanner“ zu messen. Die am Katamaran befestigten Glasplatten nahmen auf Knopfdruck Proben des Oberflächenfilms und zum Vergleich aus ca. 1m Tiefe. Der Oberflächenfilm adhäriert auf Grund seiner hydrophoben (wasserabweisenden) Natur auf dem Glas. Weiterhin nahmen wir Proben des Films, der bekanntermaßen nur eine Dicke von <1mm hat, für mikrobiologische Analysen um die Rolle der Biologie, insbesondere der Bakteriengemeinschaften im Gasaustausch besser zu verstehen. Mit einem In situ Inkubator, welcher mit Meerwasser gefüllte Probenröhrchen auf verschiedenen Wassertiefen inkubieren konnte, wurde außerdem die metabolische Aktivität von Plankton und Mikroben bzw. die Sauerstoffentwicklung und der -Verbrauch in den jeweiligen Tiefen im Vergleich zur Oberfläche untersucht. Da alle Arbeiten vom Schlauchboot aus durchgeführt werden mussten, waren wir vor allem auf eine ruhige See angewiesen (welche es meistens auch gab!). Derzeit werden die Proben in unseren Laboren analysiert.