Überblick und Besonderheiten

geographische Lage

Das Mittelmeer ist ein Randmeer, welches vor ca. 20 Mio. Jahren durch die Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Kontinentalplatte gebildet wurde. Es erstreckt sich von 5°W bis 35°O und von 30°N bis 45°N. Das Mittelmeer bedeckt eine Fläche von ca. 3 Mio. km2 und besitzt eine durchschnittliche Tiefe von 1450 m, wobei die sich die tiefste Stelle in 5121 m befindet. Durch die Meerenge ,,Straße von Gibraltar'' ist es vom offenen Ozean, dem Atlantik, getrennt. Weiterhin besitzt es untermeerische Schwellen, welche das Becken insbesondere in einen westlichen und einen östlichen Teil (siehe auch Abbildung 1) untergliedern.

Profil des Mittelmeeres Abb. 1: Profil des Mittelmeeres. Diese Abbildung wurde dem Artikel [WWB] entnommen.

Besonderheiten

Das Mittelmeer verfügt über eigene Regionen in welchen neues Tiefenwasser gebildet wird. Zum einen geschieht dies im Golf von Lion und zum anderen im Adriatischen und Ägäischen Meer. Das im Golf von Lion gebildete Tiefenwasser versorgt den westlichen Teil des Mittelmeeres (etwa von der Straße von Gibraltar bis zur Straße von Sizilien) mit Sauerstoff. Der östliche Teil des Mittelmeeres wird mit Hilfe des Tiefenwassers, welches im Adriatischen bzw. Ägäischen Meer gebildet wird mit Sauerstoff angereichert.

Die Wassersäule lässt sich in drei Bereiche unterteilen, die oberste Schicht wird durch das Oberflächenwasser, welches größtenteils aus dem Atlantik stammt, gebildet. Darauf folgt intermediäres Wasser, welches etwa von 150 bzw. 200 m bis in 600 m Tiefe reicht, anschließend befindet sich das Tiefenwasser. Die Bildung dieses Tiefenwassers wird im folgenden Abschnitt näher beschrieben.

Tiefenwasserbildung

Das Oberflächenwasser, welches vom Atlantik durch die Straße von Gibraltar in das Mittelmeer fließt, wird bei seiner Bewegung in Richtung Osten durch die Sonne erwärmt und die daraus resultierende Verdunstung bringt eine Zunahme des Salzgehaltes mit sich. Ist der östlichste Teil des Mittelmeeres erreicht, so weist das Oberflächenwasser eine Salinität von rund 3.9% auf. Dieser erhöhte Salzgehalt würde eine hohe Dichte erzeugen, dieses geschieht auf Grund der hohen Temperaturen jedoch nicht. Im Winter kühlt jedoch die Oberfläche des Mittelmeeres ab, zwischen Zypern und Rhodos sinkt die Temperatur bspw. auf unter 16°C. Da der Salzgehalt nun nicht länger durch die (hohe) Temperatur kompensiert werden kann, steigt die Dichte stark an und als Konsequenz bildet sich neues Tiefenwasser. Dieses „schwere“ Wasser sinkt allerdings nicht auf den Grund, sondern verbleibt in einer Tiefe zwischen 150 bzw. 200 m und 600 m. Dieses Wasser bildet das so genannte Levantine Intermediate Water (LIW). Das LIW ist aber nicht nur im östlichen, sondern auch im westlichen Teil des Mittelmeeres anzutreffen, da es in der Tiefe durch die Straße von Sizilien fließt.

Entlang der nördlichen Mittelmeergrenze herrschen im Winter sehr kalte Bedingungen, welche durch kalte polare bzw. kontinentale Luftmassen hervorgerufen werden. Diese trockenen und kalten Winde verursachen eine starke (lokale) Abkühlung der Wasseroberfläche auf z.T. 11 bis 13°C, welche zu einer höheren Dichte führt. Dieses führt dazu, dass sich das recht kalte Oberflächenwasser mit dem darunter befindlichen wärmeren und sehr salzhaltigen LIW vermischen kann. Findet die Vermischung statt, so vermischen sich zwei Wassermassen, die zwar über eine ähnliche Dichte, aber sonst verschiedenste Eigenschaften verfügen. Als Ergebnis dieser Vermischung geht ein Produkt hervor, welches eine höhere Dichte als die beiden ursprünglichen Wassermassen besitzt. Dieses Ergebnis wird je nach seinem Entstehungsort als Western Mediterranean Deep Water (WMDW, Entstehungsort: Golf von Lion) bzw. Eastern Mediterranean Deep Water (EMDW, Entstehungsorte: Adriatisches bzw. Ägäisches Meer) bezeichnet.

Die Entstehung des EMDW bzw. WMDW bildet die zweite Phase der Tiefenwasserbildung, welche primär durch die Temperatur bestimmt wird. Um die Vermischung zu garantieren, bedarf es allerdings eines hohen Salzgehaltes des LIW. Dieser wird durch die erste Phase erreicht.
Durch die fortlaufende Bildung von neuem Tiefenwasser ist eine ständige Durchmischung (insbesondere mit Sauerstoff) der einzelnen Wasserschichten sichergestellt (siehe auch Abbildung 2).

Abb. 2: Heutiges Zirkulationsmodell für das Mittelmeer. Diese Abbildung wurde dem Artikel [WWB] entnommen.