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pallas In einem 200 km² großen Windpark verunglückt alle 20 Jahre ein Tanker, zumindest rein statistisch; alle 1700 Jahre treten bei einem solchen Unfall größere Mengen Öl aus. Ein Tanker könnte bereits in den nächsten Jahrzehnten verunglücken - wenn alle
Offshore Windparks tatsächlich gebaut werden, die sich derzeit im Genehmigungsverfahren befinden. Eine Havarie mit den Windkraftanlagen kann nicht zu beherrschende Folgen für den sensiblen Küsten- und Meeresraum nach sich ziehen.

Gerüstet sein für den Notfall

Die Gefahren durch kollidierende Schiffe und Tanker, die ja unmittelbar Natur und Landschaft betreffen können, müssen vor dem Bau aber auch während des Betriebes der Anlagen sorgfältig kalkuliert werden. So ist ein Sicherheitskonzept zu entwickeln, das die Standorte der geplanten Parks auf ihr Risiko im Hinblick auf mögliche Auswirkungen einer Havarie auf Ökologie und Ökonomie analysiert und bewertet. Standorte, die hohe Risiken für den Küsten- und Meeresraum bergen, sollten damit außer Frage gestellt werden. Da niemals die Havarie eines Schiffes mit den Windkraftanlagen auszuschließen ist, muss gleichzeitig der Notfallvorsorgeplan Deutsche Küste an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Stationierung von Bekämpfungsgerät muss neu organisiert und das Kontingent gegebenenfalls aufgestockt werden.

Die Gefahren sind kalkulierbar

Entscheidungshilfesysteme (EHS) können einen wertvollen Beitrag leisten, um den optimalen Standort für Offshore-Anlagen zu finden und die Parks mit einem überzeugenden Notfallmanagementsystem auszurüsten. So eignen sich EHS zu Ölunfällen zum Einsatz bei Planer- und Betreiberfirmen sowie bei Behörden und wissenschaftlichen Instituten. Das Risiko und die Auswirkung einer Havarie können dadurch nicht nur minimiert werden, auch die Anwender des Systems können profitieren: Sie lernen die Situation besser einzuschätzen, können verschiedene Kriterien und Interessen objektiv abwägen und erlangen ein größeres Verständnis über die Prozesse eines Ölaustritts.

Wesentliche Fragen, die sich anhand eines EHS zu Ölunfällen beantworten lassen, sind:

» Wo ist das Risiko einer möglichen Havarie für Ökologie und Ökonomie minimal?
» Welche präventiven Maßnahmen sollten ergriffen werden?
» Wie kann man die Gerätschaften sinnvoll verteilen, die zur Schiffsbergung und Ölbekämpfung nötig sind?
» Welches ist die erfolgreichste Bekämpfungsstrategie?

Auf dem internationalen Markt stehen bereits eine Reihe von EHS zu Ölunfällen zur Verfügung. Derzeit wird in der Nachwuchsforschergruppe IMPULSE eines dieser Systeme an die Gegebenheiten der deutschen Küste angepasst und um ein Analyse- und Bewertungs-Tool erweitert. Mit diesem System wird die Risikoabschätzung von Auswirkungen potenzieller Havarien auf die Ökologie und Ökonomie unserer Küste unter Berücksichtigung von Bekämpfungsgerät quantitativ möglich. Im Rahmen des IKZM und in Kooperation mit weiteren Forschungsinstituten soll das System weiter ergänzt werden - beispielsweise um ein Modul, das Kollisionsrisiken mit den Anlagen mathematisch beziffert - und zu Zwecken der Partizipation und Mediation im Bereich Küstenzonenmanagement eingesetzt werden.

Kooperationspartner

SINTEF Norwegen
GKSS Forschungszentrum Geesthacht
OWT Offshore Wind Technologie GmbH