Nachwuchsforschergruppe IMPULSE, Modellierung und Planungsunterstützung Meer und Küste
impulse homepage
start projekte methoden/ modelle lehre publikationen über uns links
Projekte Marikultur
ikzm
wind
k4o
marikultur
kabeltrassen
muschelbank Aquakultur hat weltweit und speziell in Europa stark zugenommen. Die norwegische Lachszucht, beispielsweise, ist in den letzten Jahren um fast ein Drittel angewachsen - auf heute 120.000 Tonnen
jährlich. Auf den schottischen Inselgruppen Orkney und Shetland hat sich die Produktion in fünf Jahren sogar verfünffacht.

Marikultur in Offshore-Windparks?

Im Offshore-Bereich ist das Wasser der Nordsee klarer und sauberer. Das kommt z. B. den Miesmuscheln und Algen zu Gute: Sie wachsen im offenen Meer schneller als an der Küste. Daher sind Muscheln und Algen besonders für die Zucht in der Deutschen Bucht geeignet wie auch erste Forschungsergeb-nisse des Alfred-Wegener-Institutes in Bremerhaven und des Forschungs-zentrums Terramare in Wilhelmshaven zeigen.

Ein weiterer Vorteil: Für die Offshore-Aquakultur muss nur wenig neu errichtet werden - die Windparks bringen einen Großteil der nötigen Infrastruktur bereits mit. Zwischen den einzelnen Windrädern lassen sich z. B. die Leinen für die Muschelzucht befestigen. Auch die Windparkbetreiber profitieren von der Co-Nutzung. Denn durch den neuen Windpark bleibt weniger Platz für den Fischfang; Aquakultur in Windparks könnte ein Ausgleich für die verkleinerten Fanggründe sein.

Einige Hürden müssen noch genommen werden

Eine Muschelzucht im offenen Meer bringt neue Probleme mit sich, die zunächst geprüft werden müssen:

» Wie wirkt sich die Zucht auf den Lebensraum Meer aus?
» Welche Anbaupraxis ist für das offene Meer geeignet?
» Welche Qualität haben die Muscheln/ Algen?
» Wie kann man die Zucht vor toxischen Algenblüten schützen?
» Wie kann man das Risiko eines Tankerunglücks gering halten?
» Wie hoch sind die Betriebskosten einer offshore-Anlage?

Das Problem mit den giftigen Algen

Im Sommer 1988 fielen 900 Tonnen Fisch einer winzigen Giftalge zum Opfer: Chrysocromulina polylepis. Vier Jahre später töteten Giftalgen und Quallen mehrere Tausend Tonnen Lachs norwegischer und schottischer Fischfarmen (INTRAFISH 2002). Die sogenannten "toxischen Algenblüten" sind einer Naturgewalt vergleichbar.

Auch die Muschelzucht ist von den Giftalgen betroffen. Denn: Die Muscheln ernähren sich von den winzigen Algen und reichern ihr Gift im Gewebe an. Wenn der Mensch die giftigen Muscheln isst, kann das schwerwiegende Folgen haben: Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnisverlust; einige der Algengifte sind sogar tödlich. Viele Länder arbeiten daher an einem Frühwarnsystem für toxische Algenblüten. Bevor vertrauensvolle Vorhersagen gemacht werden können, müssen aber noch viele offene Fragen geklärt werden.

Dokumente

Protokoll zur 1. Sitzung der Marikultur-Arbeitsgemeinschaft
Protokoll zur 2. Sitzung der Marikultur-Arbeitsgemeinschaft

Kooperationspartner

AWI - Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven (Bela Buck)
FTZ - Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (Andreas Kannen)
Forschungszentrum Terramare Wilhelmshaven (Uwe Walter)