Geoökologie

ICBM-TERRAMARE
Standort Wilhelmshaven des ICBM

Bachelorarbeit Stefanie Schnaidt


Sedimentologische und palynologische Untersuchungen zur spätholozänen Landschaftsentwicklung im westlichen Jadebusen

Ausgehend von der Frage, wie sich die nordwestdeutsche Landschaft westlich des Jadebusen im Holozän entwickelte, wurde eine Bohrung in einem Doppelrohrverfahren im Bereich des ehemaligen "Schwarzen Brack" auf 6,15 m abgeteuft. Der Bohrkern wurde anschließend sedimentologisch und palynologisch untersucht, bezüglich Aufbau und Genese interpretiert und die Ergebnisse mittels Röntgenfluoreszenzspektrometrie analytisch ergänzt. Mit Erfassung der Holozänbasis und der Auswertung der Pollenanalyse konnte der Bohrkern zeitlich eingestuft werden.

Die auf die pleistozänen Sande, der Geest, folgende organische Basalsequenz aus Niedermoortorf repräsentiert den Basaltorf, der im untersuchten Kern subboreales Torfwachstum widerspiegelt. Im Allgemeinen begann das Torfwachstum im Jadebusen im Atlantikum beziehungsweise dem Subboreal, dessen frühester Beginn, basierend auf bereits gewonnenen Radiokohlenstoff-Proben, auf ein Alter von ca. 6225 cal. BD datiert werden kann (Wartenberg & Freund 2011).

Die Pollenanalyse des Basaltorfes ergab, dass das Wachstum des Torfes im westlichen Jadebusengebiet mit einem Erlenbruchwald und relativ feuchten Bedingungen begann. Eine allmähliche Abtrocknung des Niedermoores führte zumindest lokal zu erhöhten Heide- und Süßgrasvorkommen. Nach erneut auftretenden zunehmend feuchten und sumpfigen Verhältnissen endet das Torfwachstum vorläufig.

Die beiden Torflagen werden von einer Aufspaltungssequenz getrennt, deren mineralische Einschaltung aus nahezu kalkfreien, meist mit Pflanzen- und Wurzelresten durchzogenen oder schilfdurchwurzelten Sedimenten des brackisch-lagunären Milieus besteht und das Wachstum des Moores zwischenzeitlich unterbrach. Diese Unterbrechung des Sedentation erfolgten im westlichen Jadebusen nach Wartenberg & Freund (2011) um 3.000 cal. BC. Bevor die Region jedoch vollständig von marinen Bedingungen dominiert wurde, wuchs abermals ein Niedermoor auf, welches sich von einem Erlenbruchwald in einen Eichenmischwald mit lokal häufigem Heidevorkommen entwickelte und letztendlich durch ein marines System abgelöst wurde. Das Top der organischen Decksequenz wurde anhand der Pollenanalyse auf den Beginn des Subatlantikum datiert.

Abgeschlossen wird das Profil mit einer klastischen Decksequenz, welche aus marinen Tideablagerungen mit Sand- und Mischwatt besteht.

Die spätholozäne Paläoumwelt des westlichen Jadebusen und seiner näheren Umgebung ist durch mindestens ein extremes Naturereignis geprägt worden, das durch eine mehrere mm mächtige Lage, die in benachbarter Umgebung diatomologisch eindeutig dem marinen Milieu zugeordnet wurde, am Top der Torfe des untersuchten Kerns zu finden ist.