Dauermessstation Spiekeroog

Kontinuität seit 2002

ICBM-Dauermessstation bei SpiekeroogNach wie vor müssen die komplexen Zusammenhänge im Ökosystem Wattenmeer tiefgreifender verstanden werden. Hierzu betreibt das ICBM der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg seit Herbst 2002 eine Dauermessstation im Seegatt zwischen den Ostfriesischen Inseln Langeoog und Spiekeroog. Zunächst erforschten Geochemiker, Sedimentologen, Meeresphysiker, Mikrobiologen und mathematische Modellierer im Rahmen des Projektes BioGeoChemie des Watts das Wattenmeer mit Hilfe dieser Messstation. Die Arbeit der DFG finanzierten Forschergruppe endete 2009. Ihre fachübergreifende Zusammenarbeit wurde im Winter 2012 mit dem ersten Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Schlüsselfunktion in Forschung und Lehre

Der überaus erfolgreiche Einsatz des Großinstruments machte es möglich, es im Rahmen des Projektes COSYNA (Coastal Observation System vor Northern and Arctic Seas) am Helmholtz Zentrum Geesthacht (HZG) mit neuer Technik und Sensorik auszustatten und somit seine Standzeit zu verlängern.

In aktuelle Verbundvorhaben des ICBM, wie BEFmate und Macroplastics sowie in Kooperationen mit Unternehemen ist die Station ebenfalls eingebunden.

Für die aktuelle Nordseeforschung am ICBM hat die Station inzwischen eine Schlüsselfunktion. Darüber hinaus werden auch Studierende der Universität Oldenburg an ihr ausgebildet.

Wattenmeer und Messstation

Janssand bei Spiekeroog [Foto: S. Riexinger, ICBM]

Die UNESCO erklärte das Nordsee-Wattenmeer im Sommer 2009 zum Weltnaturerbe. Dieses einzigartige Schutzgebiet besteht aus den Ost- und Nordfriesischen Inseln, ihren Rückseitenwatten sowie den Salzwiesen der Inseln und der dazugehörigen Küstenstreifen. Es handelt sich um hoch produktive Lebensräume, die eine Vielzahl von Organismen beherbergen. Diese leben hier überwiegend unter extremen Umweltbedingungen. Das Wattenmeer bildet sowohl die Nahrungsgrundlage als auch ein geeignetes Brutgebiet für viele Fisch- und Vogelarten. Es ist die Hauptquelle der Primärproduktion der Nordsee. Eine entscheidende Rolle kommt ihm daher bei Naturschutz und  Nahrungsmittelerwerb zu.

Natürlicher Küstenschutz

Abgesehen von ihren biologisch einzigartigen Qualitäten fungieren die Salzwiesen und Wattflächen zusammen mit den Barriereinseln als natürlicher Küstenschutz. Die niederländischen westfriesischen und deutschen ostfriesischen Inseln stellen im Gegensatz zu den anderen Barriereinseln der Nordsee eine Besonderheit dar. Sie entstanden durch das Zusammenspiel von ozeanischen und äolischen Strömungen, die das Lockersediment der Nordsee transportieren. Zwischen den sogenannten Düneninseln befinden sich tiefe Rinnen, die Seegatten. Die Umlagerungsprozesse, die zur Entstehung der Düneninseln führten, wirken auch heutzutage noch und sorgen dafür, dass sich sowohl die Formen der Inseln und als auch die der Seegatten ständig wandeln. Die Zusammenhänge hier besser zu verstehen ist äußerst wichtig, um so die Folgen von Sturmfluten oder dem gegenwärtig verzeichneten Meeresspiegelanstieg auf das Wattenmeer vorhersagen zu können und geeignete Küstenschutzmaßnahmen zu ergreifen. In diesem Zusammenhang bildet die Messstation ein inzwischen unverzichtbares Instrument für die wattenmeerbezogene Forschung am ICBM.

 

Echtzeitdaten Spiekeroog