Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)

Die Grundlagenforschung

orientiert sich an dem Theorieansatz der Geophysiologie. Danach ist die Erde ein belebter Planet mit geowissenschaftlich beschreibbarer Entwicklung und chemisch, biologisch und physikalisch faßbaren, rückgekoppelten Prozessen: Alle Phänomene in erdgeschichtlicher und heutiger Zeit sind Dokumente der biologisch geprägten Prozesse in allen Bereichen und zu allen Zeiten des Bioplaneten Erde. Die resultierenden komplexen Systeme und ihre theoretische Beschreibung wie auch ihre Analyse und Modellierung bilden daher das Hauptelement der Grundlagenforschung des Instituts. Der zweite große Bereich der wissenschaftlichen Aktivitäten des Instituts ist die Erforschung mariner Öko- und Klimasysteme vor dem Hintergrund der zunehmenden Meeresverschmutzung und des globalen und regionalen Klimawandels. Im Vordergrund stehen die natürlichen Prozesse und anthropogenen Einflüsse in der südlichen Nordsee, insbesondere in den Schlüsselsystemen Wattenmeer und Ästuarien. Aufgabe dieses Forschungsschwerpunktes ist es, Strukturen, Eigenschaften und Leistungen einzelner Teile mariner Öko-und Klimasysteme zu erforschen und deren Bedeutung für das Gesamtsystem abzuleiten. Diese Erforschung der Küsten- und Flachmeer Ökosysteme ist durch ihre hohe Variabilität besonders schwierig. Mehr denn je ist besonders die Forschung im Umweltbereich darauf angewiesen, daß ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit angemessen vermittelt werden und umgekehrt wissenschaftliche Projekte in sinnvoller Weise auf gesellschaftliche Probleme ausgerichtet sind. Daher sind Arbeiten zur Umweltbildung im Institut ein integraler Teil der interdisziplinären Forschung. Bei Untersuchungen und Entwicklungen von marinen Biotechnologien stehen Untersuchungen von Materialzerstörung und -schutz, Materialgewinnung und -anreicherung und Schadstoffkontamination im Vordergrund. Der Aufbau von Aquakulturen sowie Versuche zur biologischen Klärschlammreduktion sind ebenfalls diesem Bereich zuzuordnen. Spezielle Geräteentwicklungen für den Einsatz in marinen Bereichen bilden einen zukünftigen Schwerpunkt in enger Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen im Forschungszentrum TERRAMARE.